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1. Von der Alltagspsychologie zur Persönlichkeitspsychologie
In Kürze
- 1.1 Alltagspsychologie und Psychologie
- 1.2 Die naive Dispositionstheorie
- 1.3 Die naive Persönlichkeitstheorie
- 1.4 Bewertung der naiven Persönlichkeitstheorie
- 1.5 Definition der Persönlichkeitspsychologie
Wer sich mit der Psychologie als Wissenschaft beschäftigt, tut dies immer vor dem Hintergrund der Alltagspsychologie - der von den meisten Mitgliedern einer Kultur geteilten Annahmen über das Erleben und Verhalten von Menschen.
Wir alle nehmen das Verhalten anderer Menschen und unser eigenes Erleben und Verhalten durch die Brille der Alltagspsychologie wahr.
Wir alle nehmen das Verhalten anderer Menschen und unser eigenes Erleben und Verhalten durch die Brille der Alltagspsychologie wahr. Suchen wir nach Erklärungen für auffälliges Verhalten oder möchten wir das Verhalten anderer vorhersagen, weil es wichtig für uns ist, so tun wir das zunächst immer mit Hilfe unseres alltagspsychologischen Wissens. Dazu gehören auch Vorstellungen darüber, was die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht und wie sie zu erklären ist. Wissenschaftliche Theorien der Persönlichkeit gehen über diese naiven Vorstellungen hinaus und können zu Ergebnissen führen, die dem alltagspsychologischen Vorverständnis widersprechen. Deshalb ist es wichtig, Alltagspsychologie und Psychologie klar auseinander zu halten. Kapitel 1, die Einführung in die Persönlichkeitspsychologie, beginnt deshalb mit einer Analyse des alltagspsychologischen Persönlichkeitskonzepts.
Es wird dort deutlich, dass das alltagspsychologische Persönlichkeitskonzept Annahmen über stabile Verhaltensdispositionen, körperliche Merkmale und deren Koppelung enthält. Eine Bewertung dieser "Theorie" nach Kriterien empirischer Wissenschaften zeigt, dass das alltagspsychologische Persönlichkeitskonzept äußerst praktisch für die Erklärung von Erleben und Verhalten im Alltag, aber unbrauchbar als psychologische Theorie ist. Auf seiner Grundlage kann aber am Ende des Kapitels eine erste Definition der Persönlichkeitspsychologie gegeben werden.