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3. Theoretische Perspektiven für die Medienpsychologie

Konzepte anderer Teildisziplinen - Eigenständige medienpsychologische Theoriebildungen - Medientheoretische Perspektiven

Glossar

Abruf
Der Prozess, bei dem zuvor enkodierte Informationen wieder aus dem Gedächtnis abgerufen werden.
Gegenstandsbereich/Domäne
Da es keine Supertheorie gibt, mit der alles beschrieben und erklärt werden kann, beschäftigen sich verschiedene Einzelwissenschaften mit unterschiedlichen Fachgebieten, die innerhalb der Disziplinen einer Einzelwissenschaft noch weiter untergliedert werden.
Kognitionswissenschaftliches Paradigma
Aus dieser Perspektive wird die Rezeption von Medieninhalten als Informationsverarbeitungsprozess beschrieben. Der Mensch wird hier als informationsverarbeitendes System konzipiert, das Input selektiv und bedürfnisgeleitet enkodiert, intern repräsentiert und verarbeitet und infolge der internen Informationsverarbeitungsprozesse einen bestimmten Output (z. B. ein bestimmtes Verhalten, eine interne Repräsentation) produziert.
Konstrukt/Konzept
Ein theoretischer Begriff, der sich nicht vollständig auf Beobachtungsbegriffe zurückführen lässt.
Mediendeterminismus
Mediendeterminismus geht (im Unterschied zu einer medienmarginalistischen Position) davon aus, dass Medien die Strukturen menschlicher Kommunikation, Kognition und Interaktion vollständig bestimmen (vgl. z. B. McLuhan).
Medienmarginalismus
Medienmarginalismus kennzeichnet eine Position, die den Medien nur eine sekundäre Transportfunktion für Inhalte zuschreibt, die von den Medien selbst unbeeinflusst bleiben.
Paradigma
Ein wissenschaftliches Leitbild, ein Denkrahmen bzw. eine wissenschaftliche Grundhaltung, das/die bestimmt, von welchen basalen Annahmen im Hinblick auf einen Gegenstandsbereich auszugehen ist, welche Fragen wie gestellt werden, was beobachtet und überprüft und wie die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen interpretiert werden sollen.
Präsenz
Präsenz meint die Erfahrung bzw. das Erleben des „da Seins“ in einer medienvermittelten Umwelt. Das Bewusstsein, das das Erleben technisch bzw. medienvermittelt ist, ist bei Präsenz ausgeblendet, man ist voll in die medienvermittelte Umwelt eingetaucht (Immersion). Von dem räumlichen Präsenzerleben („being there“) lässt sich ein soziales Präsenzerleben („being there together“) abheben – ein Gefühl bzw. Erleben des Zusammenseins und kommunikativen Austauschs mit anderen. Wenn räumliche und soziale Präsenz zusammenfallen, liegt Ko-Präsenz vor („being together in a shared space“).
Theorie
Ein Gefüge von Sätzen, ein Aussagensystem, das bestimmten Kriterien (z. B. Explizitheit, Widerspruchsfreiheit, Produktivität) genügen muss, um als wissenschaftliche Theorie anerkannt zu werden.
Wahrgenommene Selbstwirksamkeitserwartung
Mit diesem Konstrukt lieferte Bandura (1997) einen bedeutenden Beitrag zur Psychologie im Allgemeinen und zur Medienpsychologie im Besonderen. Damit ist die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit gemeint, ein bestimmtes Verhalten, das zur Erreichung eines Zieles notwendig ist, erfolgreich ausführen zu können. Vor diesem Hintergrund hängt auch die Nutzung eines Mediums von der subjektiven Erwartung ab, die damit verbundenen Verhaltensweisen kompetent ausführen zu können.

Material

In Kürze
Zusammenfassung des Kapitels
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe schlüssig erklärt
Memocards
Lernen Sie mit unseren Memocards die wichtigsten Begriffe der Medienpsychologie
Memocards Deutsch/Englisch
Man spricht Englisch - zumindest in der Wissenschaft: Hier können Sie die Übersetzungen der wichtigsten Fachbegriffe lernen.
Verständnisfragen
Haben Sie den Stoff schon drauf? Hier können Sie Ihr Wissen überprüfen.
Links
Was es sonst noch so gibt in der schönen neuen World Wide Welt der Medienpsychologie.