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6. Medien und Emotionen

Emotionen und Emotionstheorien - Emotionsbezogene Mediennutzung

Glossar

Emotionen
Aktuelle psychische Zustände, die zeitlich begrenzt sind (vgl. dagegen Stimmungen) und einen konkreten (realen oder vorgestellten) Auslöser haben. Man kann Emotionen hinsichtlich ihrer Qualität unterscheiden (z.B. Freude, Wut, Angst, …) und sie auf drei Ebenen messen und/oder beobachten: der Erlebens-, der physiologischen und der Verhaltensebene.
Emotionsinduktion
Erzeugen von Emotionen im experimentellen Kontext. Dazu können verbale (z.B. Lesen eines lustigen Textes) oder nonverbale Methoden eingesetzt werden, z.B. entsprechende Musikstücke, Bilder, Photos und vor allem Filme (Slapstick, Erotika, Kriegsszenen, Beschneidungsrituale etc.).
Empathie
Bezeichnet die Fähigkeit, an den Emotionen bzw. Intention einer anderen Person teilzuhaben, ohne diese notwendig auch zu teilen. Indem man die Perspektive einer anderen Person einnehmen kann, wird es möglich diese zu verstehen.
Erregungsübertragung
Transfer der physiologischen Erregung aus einer zeitlich früheren Situation auf eine zeitlich spätere, die aufgrund der Diskrepanz zwischen der kognitiven Bewertung aktuell vorliegender Umweltsituationen und der wahrgenommenen physiologischen Erregung, die die kognitive minutenlang, manchmal stundenlang überdauert, zustande kommt.
Mood-Management-Theorie
Die Mood-Management-Theorie geht davon aus, dass die Wahl von medialen Unterhaltungsangeboten von Stimmungen und Emotionen der auswählenden Person bestimmt wird. Ziel der Medienwahl ist immer eine Verbesserung des aktuellen Stimmungszustandes.
Parasoziale Interaktion
Die Rezipienten personenzentrierter (TV-)Sendungen interagieren in einer Art und Weise mit einer Ankerperson (sogenannte persona), die Interaktionen des realen Lebens vergleichbar sind und darüber hinaus die Illusion einer Face-to-Face-Beziehung mit den Fernsehakteuren vermitteln.
Prosoziales Verhalten
Verhalten, bei dem eine Person einer anderen Person hilft (andere Bezeichnungen sind altruistisches oder auch hilfreiches Verhalten). Nach Bierhoff (1996) müssen dazu zwei Bedingungen erfüllt sein: zum einen muss die Absicht besteht, der anderen Person etwas Gutes zu tun, zum anderen müssen der helfenden Person auch andere Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, sie also nicht zu einer Hilfeleistung gezwungen (z.B. durch Befehl, Beruf, etc.) werden.
Sensationssuche
Sensationssuche wird in der Psychologie als ein physiologisch begründetes Persönlichkeitsmerkmal aufgefasst und beschreibt das Suchen nach Abwechslung und neuen Erlebnissen. Nach Zuckerman (1994) enthält das Konzept der Sensationssuche vier Komponenten: Spannung und Abenteuer, Suche nach neuen Erfahrungen, soziale Enthemmung und Vermeidung von Langeweile.
Spannung
Unter Spannung versteht man im Allgemeinen einen Gefühlszustand, der sich langsam aufbaut und der ein gewisses Beteiligtsein am rezipierten Prozess beinhaltet.
Stimmungen
Stimmungen sind gegenüber Emotionen durch ein geringeres, aber länger andauerndes Erregungsniveau gekennzeichnet und durch das Fehlen von Objektgerichtetheit, was bedeutet, dass der Anlass einzelner Stimmungen oft nicht direkt erkennbar ist.
Stimmungsmanagement
Zur Verhaltenstendenz gewordene Regulation von emotionalen Zuständen mit Hilfe von medialen Angeboten (i.d.R. Fernsehsendungen). Dabei werden positive Stimmungen maximiert und negative Stimmungen minimiert.
Telepräsenz
Das Konstrukt der Telepräsenz dient zur Beschreibung ein Zustandes während der Rezeption von medialen Inhalten, in dem die mediale Vermittlung in den Hintergrund rückt und die virtuelle Erfahrung über die unmittelbare, reale dominiert.

Material

In Kürze
Zusammenfassung des Kapitels
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe schlüssig erklärt
Memocards
Lernen Sie mit unseren Memocards die wichtigsten Begriffe der Medienpsychologie
Memocards Deutsch/Englisch
Man spricht Englisch - zumindest in der Wissenschaft: Hier können Sie die Übersetzungen der wichtigsten Fachbegriffe lernen.
Verständnisfragen
Haben Sie den Stoff schon drauf? Hier können Sie Ihr Wissen überprüfen.
Links
Was es sonst noch so gibt in der schönen neuen World Wide Welt der Medienpsychologie.