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12. Psychologische Beträge zum Verhältnis von Medien und Politik

Medien in der Politik, Politik in den Medien - Aufnahme, Verarbeitung und Effekte von Informationen in der medienvermittelten politischen Kommunikation - Jenseits der These der Medienbeeinflussung

In Kürze

Inhalt

  • 12.1 Medien in der Politik - Politik in den Medien
  • 12.2 Aufnahme von Informationen in der medienvermittelten politischen Kommunikation
  • 12.3 Verarbeitung von Informationen in der medienvermittelten politischen Kommunikation
  • 12.4 Effekte von Informationen in der medienvermittelten politischen Kommunikation
  • 12.5 Jenseits der starken These der Medienbeeinflussung

Zusammenfassung 

In modernen westlichen Gesellschaften werden politische Botschaften von klassischen Massenmedien (Zeitungen, Radio und Fernsehen) und neuen Medien (Internet) nicht nur übertragen, sondern kunstvoll inszeniert und auf ein Zielpublikum zugeschnitten, das zugleich intensiv beobachtet wird. Medienpsychologie richtet sich auf die Untersuchung von Effekten auf der Seite des Empfängers medienvermittelter Botschaften. Um solche Botschaften angemessen zu untersuchen, bewegt sich psychologische Forschung zum Verhältnis von Politik und Medien in einem Feld, das in diesem Kapitel aus zwei Blickwinkeln betrachtet wird:

  • der historische Perspektive sowie
  • der auf die Untersuchung von Medieneffekten gerichteten Perspektive.

Am deutlichsten tritt die historische Perspektive bei Untersuchungen zum Einstellungswandel hervor, die in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts mit den Arbeiten der Yale-Gruppe um Carl I. Hovland einsetzen und über Zwei-Prozess-Modelle bis zu den Ein-Prozess-Modellen reichen. Aber auch die angemessene Nutzung von Methoden wie z. B. Experimente und Inhaltsanalysen erweist sich im historischen Rückblick als Schlüssel, um ein differenziertes Bild des Verhältnisses von Politik und Medien zu gewinnen. Den Schwerpunkt dieses Kapitels bildet die auf Medieneffekte gerichtete Perspektive. Dargestellt wird, dass zur grundsätzlichen Frage, ob Medienbotschaften überhaupt Effekte bei Rezipienten auslösen können, zunächst unfruchtbare Extrempositionen vertreten wurden. Solche Positionen besagen im Kern:

  • »Medienbotschaften haben massive Effekte« (starke These der Medienbeeinflussung), bzw. ihr direktes Gegenteil, d. h.
  • »Effekte von Medienbotschaften sind vernachlässigbar gering« (Minimal Effects Model).

Erst die Verabschiedung von solchen Positionen und die Nutzung angemessener Forschungsmethoden machten den Weg frei für die Untersuchung von Medieneffekten. Dabei gewinnen auch Modelle der indirekten Medienbeeinflussung an Bedeutung. Dazu zählen

  • der Kultivierungsansatz von Georg Gerbner,
  • die Theorie der Schweigespirale von Elisabeth Nölle-Neumann sowie
  • die Agenda-Setting-Hypothese

Das Spektrum dieser Medieneffekte umfasst klassische Themen wie Persuasion und Glaubwürdigkeit und schließt auch neue oder tagesaktuelle Themen (politische Partizipation) mit ein.
Die Vielfalt der medienpsychologischen Phänomene, die dabei auftreten, lässt sich entlang unterschiedlicher Phasen der Informationsverarbeitung ordnen (Aufnahme, Verarbeitung von Informationen und Effekte). Eine solche der Psychologie der Informationsverarbeitung entlehnte Gliederung wird auch diesem Kapitel zugrunde gelegt und dort ergänzt, wo dieses Gliederungsschema an seine Grenzen stößt (z. B. bei der Untersuchung der politischen Partizipation).

Material

In Kürze
Zusammenfassung des Kapitels
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe schlüssig erklärt
Memocards
Lernen Sie mit unseren Memocards die wichtigsten Begriffe der Medienpsychologie
Memocards Deutsch/Englisch
Man spricht Englisch - zumindest in der Wissenschaft: Hier können Sie die Übersetzungen der wichtigsten Fachbegriffe lernen.
Verständnisfragen
Haben Sie den Stoff schon drauf? Hier können Sie Ihr Wissen überprüfen.
Links
Was es sonst noch so gibt in der schönen neuen World Wide Welt der Medienpsychologie.