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9. Mobilkommunikation
Mobilkommunikation aus medienpsychologischer Sicht - und aus Sicht psychologischer Grundlagen- und Anwendungsfächer
In Kürze
Inhalt
- 9.1 Was ist Mobilkommunikation?
- 9.2 Mobilkommunikation aus medienpsychologischer Sicht
- 9.3 Mobilkommunikation aus Sicht der psychologischen Grundlagenfächer
- 9.4 Mobilkommunikation aus Sicht der psychologischen Anwendungsfächer
Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag erläutert, dass sich aus der Perspektive sämtlicher psychologischer Subdisziplinen neue Forschungsfelder im Zusammenhang mit Mobilkommunikation erschließen lassen. Darüber hinaus sind Mobilmedien auch in vielen benachbarten sozialwissenschaftlichen Fächern ein Thema, dem wachsende Bedeutung geschenkt wird:
- So befasst sich etwa die Soziologie mit gesellschaftlichen Veränderungen im Zuge der Nutzung von Mobilmedien und beispielsweise auch mit den Effekten auf Entwicklungsländer (Castells, Qui, Fernandez-Ardevol & Sey, 2006).
- Die Politikwissenschaft betrachtet unter anderem, wie sich Bürgerprotest mit Hilfe von Handys effizienter organisiert und sich »smart mobs« bilden (Rheingold, 2002), oder wie Regierungen mobile Bürgerdienste sicher und kostengünstig anbieten können (M-Government; Kushchu, 2007).
- In der Medizin spielt die Mobiltechnologie eine wachsende Rolle für Diagnose, Beratung, Therapie (M-Health; Istepanian, Laxminarayan & Pattichis, 2005).
- Die Sprachwissenschaft befasst sich unter anderem mit den sprachlichen Besonderheiten der Handy- Kommunikation (www.mediensprache.net).
- Für die Religionswissenschaft sind das Handy und seine spirituellen Bedeutungen und Gebrauchsweisen einschlägige Themen (z. B. Katz, 2006).
Während bereits erste psychologische Mobilkommunikations- Studien vorliegen, sind die meisten in diesem Kapitel angesprochenen sowie viele weitere Forschungsfragen noch offen. Sich diesen Forschungsfragen zuzuwenden ist aus mindestens zwei Gründen sinnvoll:
- Zum einen kann die Mobilkommunikation als Handlungsfeld begriffen werden, in dem sich etablierte psychologische Theorien einer neuen empirischen Bewährungsprobe stellen müssen, woraus sich möglicherweise Anhaltspunkte für konzeptuelle Verfeinerungen und theoretische Neuentwicklung ergeben.
- Neben diesem grundlagenwissenschaftlichen Argument ist ein anwendungsbezogenes Argument ins Feld zu führen: Wenn wir uns eine mobile Mediengesellschaft wünschen, deren soziotechnische Ausgestaltung menschenfreundlich ist, dann ist es notwendig, psychologische Aspekte umfassend zu untersuchen, da diese wiederum die Förderung von Medienkompetenz unterstützen sowie eine menschengerechte Medienkonzeption und Medienökologie ermöglichen.