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15. Mediensozialisation und Medienkompetenz
Medienkindheit zwischen Risiken und Ressourcen - Mediensozialisationsforschung - Gelingende Mediensozialisation im Alltag
In Kürze
Inhalt
- 15.1 Medienkindheit zwischen Risiken und Ressourcen
- 15.2 Basistheorien der Mediensozialisationsforschung
- 15.3 Gelingende Mediensozialisation im Alltag
Zusammenfassung
Mediensozialisationsforschung befasst sich mit zwei Grundfragen:
- Wie beeinflussen die Medien den allgemeinen Sozialisationsprozess der Heranwachsenden, d. h. ihr Hineinwachsen in die Gesellschaft und ihre Entwicklung einer gefestigten Identität, welche gesellschaftlich verortet und abgegrenzt ist?
- Wie erwerben die Heranwachsenden Medienkompetenz und damit die Fähigkeit, die Entwicklungsaufgabe eines bedürfnisgerechten und verantwortungsvollen Umgangs mit Medien zu bewältigen?
Medien stellen Ressourcen und Risiken für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen dar. Ressourcen können sie sein, indem sie beitragen können zu
- Bewältigung von Entwicklungsaufgaben,
- Bildung von Gemeinschaften und Ausdruck von Zugehörigkeiten und Abgrenzungen,
- Gestaltung von Lern- und Arbeitsprozessen, Unterhaltung und Erholung.
Risiken stellen sie dar, indem sie beitragen können zu
- sozial unerwünschten Emotionen, Einstellungen und Verhaltensweisen, wie Gewaltbereitschaft, Angst und Stereotypenbildung,
- Kommerzialisierung der Kindheit und Jugend,
- Mediensucht und sozialer Isolation.
Die Medienkompetenz der Heranwachsenden und die dabei erworbenen Mediennutzungsmuster sind daher wichtige Forschungsgegenstände der Mediensozialisationsforschung. Die Basistheorien dieser Forschungsrichtung stammen aus der Entwicklungspsychologie, der Soziologie, der Kommunikationswissenschaft und der Pädagogik.
- Die Entwicklungspsychologie erklärt, welche Entwicklungsaufgaben in einem bestimmten Alter bewältigt werden müssen, sei dies aus biologischen, sozialen oder individuellen Notwendigkeiten heraus.
- Die soziologischen Theorien betonen den Bezug zwischen der gesellschaftlichen Entwicklung und dem sich wandelnden Stellenwert der Medien.
- Die Medienforschung untersucht den Medienalltag, d. h. wie Kinderzimmer, Schulhäuser, Jugendzentren usw. mit Medien ausgestattet sind, wie viel Zeit mit Medien verbracht wird, mit welchen Motiven Medien genutzt werden und welche Wirkungen auftreten. Dabei wird sichtbar, dass es erhebliche Unterschiede im Medienzugang zwischen den sozialen Schichten und zwischen den Geschlechtern gibt.
- Die Pädagogik schließlich befasst sich mit dem Verhältnis zwischen bewusster Medienerziehung der Kinder durch Eltern und Lehrpersonen und von anderen Sozialisatoren ausgehenden Einflüssen.
Medienpädagogische Positionen lassen sich in kulturpessimistische und in optimistische Ansätze gliedern. Letztere betonen die Notwendigkeit, Medienkompetenzen zu fördern. Diese reichen von der Kulturtechnik Lesen bis zum Fernsehen und zur kompetenten Nutzung der neuen digitalen Medien.