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13. Medien-vermittelte Stereotype und Vorurteile

Sozialpsychologische Grundlagen - Stereotype und Vorurteile in den Medien - Wirkung von medienvermittelten Stereotypen und Vorurteilen

In Kürze

Inhalt

  • 13.1 Sozialpsychologische Grundlagen von Stereotypen und Vorurteilen
  • 13.2 Stereotype und Vorurteile in den Medien
  • 13.3 Die Wirkung von medienvermittelten Stereotypen und Vorurteilen

Zusammenfassung 

Stereotype werden in der Psychologie definiert als sozial geteilte Überzeugungen (»shared beliefs«) über Personenmerkmale (»traits«) und/oder Verhaltensweisen (»acts«) einer Gruppe (Leyens et al., 1994). Diese Zuschreibungen basieren typischerweise auf

  • der ethnischen Zugehörigkeit,
  • dem Geschlecht oder
  • der sexuellen Orientierung.

Sie sind oft, aber nicht immer, negativer Natur. Das Wissen um Stereotype ist in einer Gesellschaft weit verbreitet, Personen unterscheiden sich jedoch, wie sehr sie bestimmten Stereotypen persönlich zustimmen.
Wer eine stereotype Zuschreibung für zutreffend einschätzt, trägt damit ein Vorurteil. Der Begriff des Vorurteils wird zudem entweder als Oberbegriff für kognitive (Stereotype), affektive und verhaltensmäßige Reaktionen auf eine Person anhand ihrer Gruppenzugehörigkeit verwendet oder man bezeichnet, etwas enger, nur die affektiven Reaktionen als Vorurteil.
Stereotype können für Mitglieder einer stereotypisierten Gruppen negative Konsequenzen haben, die von direkter Diskriminierung durch andere bis hin zu Prozessen reichen, aus denen heraus das Stereotyp zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung wird.
In den Massenmedien finden sich zahlreiche klischeehafte und stereotype Darstellungen von gesellschaftlichen Gruppen. Unter anderem sind folgende Verzerrungstendenzen festzumachen:

  • Frauen und ältere Menschen sind unterrepräsentiert,
  • Frauen sind im Durchschnitt jünger als Männer,
  • Frauen sind typischerweise sehr schlank,
  • Frauen und Männer werden in eng definierten Rollen gezeigt,
  • Unterschiede zwischen Frauen und Männern werden unbegründetermaßen akzentuiert,
  • AusländerInnen im deutschen Fernsehen sind überwiegend männlich und
  • ethnische Minoritäten werden typischerweise in bestimmten Rollen gezeigt, vor allem als Kriminelle und als Machos.

Im Hinblick auf den Einfluss der Medien ist zunächst anzunehmen, dass Massenmedien Stereotype in der Gesellschaft verfügbar machen, also das Wissen um bestimmte mutmaßliche Eigenschaften kolportieren. Untersuchungen im Rahmen der Kultivierungshypothese deuten auf eine gegenseitige Verstärkung der TV-Rezeption und stereotypen Überzeugungen hin. Eine erhöhte Zugänglichkeit stereotyper Inhalte nach Stereotype beinhaltendem Medienkonsum wird dabei als Wirkmechanismus angenommen.
Experimentell konnte die ursächliche Wirkung von stereotypen Darstellungen etwa von Afroamerikanern auf Stereotype und stereotypengeleitetes Verhalten aufgezeigt werden. Befunde zum Stereotype-Threat-Effekt zeigen, dass Medieninhalte Selbst-Stereotype aktivieren können, welche sich negativ auf das Leistungsverhalten von Mitgliedern einer stereotypisierten Gruppe auswirken.
Als Möglichkeit, einer stereotypisierten Gruppe mehr oder weniger Geltung zu verschaffen, wird die Verwendung des generischen Maskulinums in der deutschen Sprache diskutiert, Alternativen werden aufgezeigt. In einem weiteren Exkurs wird eine Studie zur Mediennutzung von Menschen mit Migrationshintergrund vorgestellt.

Material

In Kürze
Zusammenfassung des Kapitels
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe schlüssig erklärt
Memocards
Lernen Sie mit unseren Memocards die wichtigsten Begriffe der Medienpsychologie
Memocards Deutsch/Englisch
Man spricht Englisch - zumindest in der Wissenschaft: Hier können Sie die Übersetzungen der wichtigsten Fachbegriffe lernen.
Verständnisfragen
Haben Sie den Stoff schon drauf? Hier können Sie Ihr Wissen überprüfen.
Links
Was es sonst noch so gibt in der schönen neuen World Wide Welt der Medienpsychologie.