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46. Zwangsstörungen
H. S. Reinecker
In Kürze
Zwangsstörungen sind durch aufdringliche Gedanken gekennzeichnet, bestimmte vom Patienten als sinnlos erkannte Inhalte zu denken (Zwangsgedanken) oder Handlungen auszuführen (Zwangshandlungen). Als Folge davon erlebt der Patient eine massive Beeinträchtigung seines Alltagslebens. Rund 1-2% der erwachsenen Bevölkerung ist von Zwangsstörungen betroffen. Zwänge sind mit vielen anderen psychischen Störungen verbunden (Komorbidität), v.a. Depressionen, Angststörungen und somatoforme Störungen.
Als Hintergrund für die Erklärung von Zwängen sind Mechanismen des Lernens ebenso zu nennen wie kognitive Aspekte und beides in Kombination mit psychobiologischen Prozessen (multifaktorielles Modell). Fundierte klinisch-psychologische Modelle haben ganz wesentlich zu unserem Verständnis dieser rätselhaften und gravierenden psychischen Störung beigetragen (Erklärungsansatz). In therapeutischer Hinsicht erweisen sich kognitiv-verhaltenstherapeutische Strategien als durchaus erfolgreich. Dabei spielt die Konfrontation des Patienten mit den Auslösern des Gedankens und die Verhinderung des Rituals, das Erleben der Reduktion von Angst und Unruhe (»emotional processing«) und die kognitive Umstrukturierung eine entscheidende Rolle. Medikamentöse Ansätze können bei entsprechender Indikation zusätzlich durchaus hilfreich sein.
- 46.1 Grundlagen
- 46.2 Störungsbild und diagnostische Kriterien
- 46.3 Epidemiologie
- 46.4 Ätiologie
- 46.4.1 Relevante Faktoren
- 46.4.2 Psychologische Entstehungsmodelle
- 46.4.3 Psychobiologische Modellvorstellungen
- 46.5 Beginn und Verlauf
- 46.6 Behandlung
- 46.6.1 Prävention
- 46.6.2 Kognitive Verhaltenstherapie
- 46.6.3 Behandlung von Zwangsgedanken
- 46.6.4 Kognitive Therapie
- 46.6.5 Medikamentöse Therapie
- 46.6.6 Effektivität der Behandlung von Zwangsstörungen?
- 46.7 Resümee