Glossar für Forschungsmethoden und Evaluation
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z- A-B-A-B-Plan
- Untersuchungsplan zur Erfassung individueller Veränderungen, bei dem sich Erhebungsphasen ohne Intervention (A-Phasen) und Erhebungsphasen mit Intervention (B-Phasen) abwechseln
- Abduktion
- Im Unterschied zur Induktion , bei der von bekannten Fällen auf weitere ähnliche Fälle geschlossen wird, schließt man bei der Abduktion auf allgemeine Prinzipien oder Hintergründe, die die beobachteten Fakten erklären könnten. Vgl. Deduktion.
- Abhängige Variable (AV)
- Variable , die zum „Dann”-Teil einer Hypothese gehört und in der sich die Wirkungen der unabhängigen Variablen (Ursachen, Bedingungen) widerspiegeln. In der Welt der Varianzanalysen spricht man von „abhängigen Variablen”, in der Welt der Korrelations- und Regressionsanalysen von „Kriteriumsvariablen” oder kurz von „Kriterien”; vgl. Kriterium.
- Abstract
- Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Textes (meist Zeitschriftenaufsatz oder Buchbeitrag) in ca. 10—20 Zeilen. Ein Abstract wird üblicherweise an den Anfang einer Publikation gestellt.
- Ad-hoc-Stichprobe (Bequemlichkeitsauswahl)
- Willkürliche Untersuchung von gerade zur Verfügung stehenden Untersuchungsteilnehmern bzw. -objekten. Bei Ad-hoc-Stichproben ist unklar, welche Population sie eigentlich repräsentieren. Als nichtprobabilistische Stichprobe kann die Ad-hoc-Stichprobe keine hohe Repräsentativität beanspruchen. Zielpopulationen, die allenfalls im Nachhinein konstruiert werden können (z. B. Population aller Passanten, die samstags um 12:15 Uhr eine bestimmte Einkaufspassage besuchen), sind oft von geringer theoretischer Bedeutung; vgl. Stichprobe.
- Adaptive Tests
- Tests, aus denen nur Aufgaben ausgewählt werden, die dem Fähigkeitsniveau des Testprobanden entsprechen. Statt auch zu leichte oder zu schwere Aufgaben vorzugeben, die mit hoher Wahrscheinlichkeit gelöst oder nicht gelöst werden und die damit redundante Informationen liefern, werden nur Aufgaben ausgewählt, die an das Leistungsvermögen der Testpersonen angepasst sind. Adaptive Tests basieren auf der probabilistischen Testtheorie.
- Aktionsforschung (Action Research, Handlungsforschung)
- Forschungsansatz, der sich inhaltlich mit sozialen Problemen und Interventionen in der Praxis beschäftigt und die Betroffenen zu aktiven Mitbeteiligten am Forschungsprozess macht.
- ALM (allgemeines lineares Modell)
- Das ALM ist ein Berechnungsansatz, der verschiedene Verfahren der Elementarstatistik, varianzanalytische Verfahren sowie die multiple Korrelations- und Regressionsrechnung integriert. Dabei können nominalskalierte unabhängige Variablen bzw. Prädikatoren durch Umkodierung in Indikatorvariablen einbezogen werden.
- Alphafehler (α-Fehler)
- Entscheidung für die Alternativhypothese , obwohl in der Population die Nullhypothese gilt. Die Wahrscheinlichkeit, einen α-Fehler zu begehen, heißt Alphafehlerwahrscheinlichkeit oder Irrtumswahrscheinlichkeit ; vgl. Betafehler.
- Alphafehlerniveau (α-Fehler-Niveau)
- Siehe Signifikanzniveau.
- Alphafehlerwahrscheinlichkeit (α-Fehler-Wahrscheinlichkeit, Irrtumswahrscheinlichkeit)
- Wahrscheinlichkeit, mit der das empirisch gefundene (oder ein extremeres) Stichprobenergebnis zustande kommen kann, wenn die Nullhypothese gilt. Lässt sich das Stichprobenergebnis nur schlecht mit der Nullhypothese vereinbaren (geringe Irrtumswahrscheinlichkeit), legt dies eine Ablehnung der Nullhypothese und eine Entscheidung für die Alternativhypothese nahe. Per Konvention wurde festgelegt, dass diese Entscheidung nur zu treffen ist, wenn die α-Fehler-Wahrscheinlichkeit sehr klein (≤ α-Fehler-Niveau oder Signifikanzniveau) ausfällt (signifikantes Ergebnis). Die α-Fehler-Wahrscheinlichkeit wird durch einen Signifikanztest berechnet.
- Alternativhypothese (H1)
- Inhaltlich behauptet die Alternativhypothese, dass in der Population ein Effekt vorliegt bzw. dass sich Populationsparameter unterscheiden. Da man Untersuchungen in der Regel durchführt, um Effekte nachzuweisen, entspricht die Forschungshypothese üblicherweise der Alternativhypothese. Man unterscheidet: 1. gerichtete oder ungerichtete Alternativhypothesen, bei denen die Richtung des Parameterunterschiedes entweder vorgegeben (z. B. H1: μ1 > μ2) oder nicht vorgegeben (z. B. H1 : μ1 ≠μ2 ) wird; 2. spezifische oder unspezifische Alternativhypothesen, bei denen die Größe des Parameterunterschiedes entweder vorgegeben (z. B. H1 : μ1 > μ2 +10) oder nicht vorgegeben (z. B. H1 : μ1 > μ2) wird.
- ANOVA (Analysis of Variance, univariate Varianzanalyse)
- Vgl. Varianzanalyse.
- Artefakt
- Stichprobeneffekt , der trügerisch ist, weil er durch Untersuchungsfehler (z. B. unbewusste Einflussnahme des Versuchsleiters, Messfehler, verzerrte Stichproben) und nicht durch Parameterdifferenzen in der Population hervorgerufen wurde.