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29. Neue Formen der Arbeit: Das Beispiel Telekooperation
Veränderungstrends in der Arbeitswelt - Telekooperation und Telearbeit
Glossar
- Globalisierung
- Globalisierung beschreibt die Entstehung weltweiter Märkte aufgrund der Internationalisierung des Handels und der zunehmenden Verflechtung von Finanz-, Waren- und Dienstleistungsmärkten. Hauptakteure dieses Prozesses sind große multinationale Konzerne.
- Internationalisierungsstrategien
- Zur Globalisierung von Unternehmen werden in Abhängigkeit vom Produkt, dem Markt und den Unternehmensvoraussetzungen unterschiedliche Internationalisierungsstrategien angewandt. Es können vier verschiedene Strategien unterschieden werden: Bei der Selektionsstrategie werden die Produkte für den Heimatmarkt entwickelt. Bei der Internationalisierung erfolgt eine selektive Übertragung der Produkte in unveränderter Form in ausgewählte Länder. Im Gegensatz dazu erfolgt bei der Einzelmarktstrategie eine Produktentwicklung für die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Landes. Hierbei sind die Wertschöpfungsketten der Landesgesellschaften voneinander unabhängig. Die Integrationsstrategie verfolgt eine Entwicklung der Produkte und Dienstleistungen für den Weltmarkt. Die Wertschöpfungsaktivitäten werden zentral koordiniert. Bei der Interaktionsstrategie erfolgt zwar auch eine weltweite Koordination, jedoch durch intensive Interaktion. Wichtig ist hierbei, dass eine Anpassung an lokale Erfordernisse der Auslandsmärkte erfolgt.
- Kommunikation
- Bezeichnet die Übermittlung oder den Austausch von Informationen und kann verbal oder nonverbal erfolgen. Während verbale Kommunikation auf der Übermittlung sprachlicher Zeichen beruht, bedient sich nonverbale Kommunikation der Mimik, Gestik und der Körperhaltung.
- Media-Richness-Theorie
- Die Media-Richness-Theorie unterscheidet zwischen „ärmeren“ (z.B. Brief, E-Mail) und „reichhaltigeren“ Medien (z.B. Videokonferenz oder Face-to-Face-Kommunikation). Die Theorie sagt vorher, dass bei mehrdeutigen Aufgaben eine Benutzung von Medien mit hoher Reichhaltigkeit günstiger und leistungsförderlicher ist als die Nutzung von Medien mit geringer Reichhaltigkeit.
- Mediensynchronizität
- Die Theorie zur Mediensynchronizität besagt, dass die Effektivität der Kommunikation von der Passung der Mediencharakteristika (Unmittelbarkeit der Rückmeldung, Symbolvielfalt, Anzahl paralleler Informationskanäle, Überarbeitbarkeit und Wiederverwendbarkeit von Nachrichten) mit den Kommunikationsprozessen abhängt. Die mit Medien zu bewältigenden Aufgaben werden dabei klassifiziert nach divergenten (z.B. Verteilen von Informationen oder Unterrichten) und konvergenten Kommunikationsprozessen (z.B. Entscheidungen herbeiführen). Mediensynchronizität liegt demnach in dem Ausmaß vor, wie Individuen diejenigen Medienmerkmale vorfinden, die für die Zusammenarbeit erforderlich sind (bei konvergenten Prozessen trifft dies z.B. auf Medien zu, die eine hohe Unmittelbarkeit der Rückmeldung aufweisen).
- Modularisierung
- Modularisierung beinhaltet die Restrukturierung der Unternehmensorganisation auf der Basis integrierter, kundenorientierter Prozesse in relativ kleine, überschaubare Einheiten (Module). Diese zeichnen sich durch dezentrale Entscheidungskompetenz und Ergebnisverantwortung aus, wobei die Koordination zwischen den Modulen verstärkt durch nichthierarchische Koordinationsformen erfolgt.
- Psychologischer Kontrakt
- Die Art der Austauschbeziehung zwischen einem erwerbstätigen Organisationsmitglied und der Organisation. Beim sog. transaktionalen Kontrakt steht der Leistungstausch (Arbeit gegen Bezahlung) im Vordergrund. Beim sog. relationalen Kontrakt steht der Ausbau, die Festigung und Erhaltung der Beziehung im Vordergrund.
- Telearbeit vor Ort
- Bei dieser Art von Telearbeit wird über längere Zeiträume am Standort des Kunden (z.B. ein Generalunternehmer) gearbeitet und über Telemedien ein enger Kontakt zur eigenen Organisation gehalten. Ein spezielles Beispiel für diese Art von Telearbeit ist, wenn Softwareentwickler oder Unternehmensberater für eine festgelegte projektbezogene Zeit am Kundenstandort arbeiten und sich primär über Telemedien mit ihrem eigenen Unternehmen austauschen.
- Telearbeit, alternierende
- Hiermit ist der systematische Wechsel zwischen Teleheimarbeitsplatz und betrieblicher Arbeitsstätte gemeint. Der Telearbeiter verrichtet seine Arbeit zu einem hohen Anteil an seinem Heimarbeitsplatz, ist aber weiterhin auch regelmäßig an seinem Arbeitsplatz im Betrieb.
- Telearbeit, mobile
- Die häufigste Form der Telearbeit. Jede Arbeit, die an einem mobilen Arbeitsplatz durchgeführt wird und durch die Unterstützung mobiler Informations- und Kommunikationstechnologie möglich ist, zählt zu dieser Kategorie (z.B. der Außendienstmitarbeiter einer Versicherung, der sich via Internet mit seinem Laptop in das Firmennetzwerk einloggt, um Verträge zu erstellen).
- Teleheimarbeit
- Hierunter versteht man Arbeiten, die an einem informationstechnisch vernetzten häuslichen Arbeitsplatz ausgeführt werden. Man spricht dann von Teleheimarbeit, wenn der Arbeitnehmer bzw. Auftragnehmer zu Hause arbeitet, anstatt zur Betriebsstätte des Arbeitgebers bzw. Auftraggebers zu pendeln.
- Telekooperation
- Bezieht sich auf die mediengestützte arbeitsteilige Leistungserstellung von individuellen Aufgabenträgern, Organisationseinheiten und Organisationen, die über mehrere Standorte verteilt sind. Telekooperation beinhaltet somit die Teilnahme an Arbeitsprozessen mithilfe von Computern und Telekommunikationsmedien, die unabhängig von bestimmten Arbeitsplätzen bzw. Orten und teilweise auch Zeiten erfolgt.
- Telemanagement
- Formen der Führung, mit denen über größere räumliche Distanzen eine verteilte Aufgabenerfüllung koordiniert und gesteuert werden kann
- Telezentren
- Hiermit sind Zentren gemeint, in denen Telearbeitsplätze gebündelt werden. Zum einen können dies Telearbeitszentren sein, d. h., verschiedene ausgelagerte Arbeitsplätze bzw. -stätten eines Unternehmens werden an einem Standort zusammengefasst. Zum anderen handelt es sich um Teleservicezentren, deren Ziel es ist, kundenorientierte Teledienstleistungen anzubieten.
- Virtualisierung
- Eine aufgabenorientierte Vernetzung von räumlich verteilten Organisationseinheiten (oft über Ländergrenzen hinweg), die sich als Partner an einem arbeitsteiligen Wertschöpfungsprozess verstehen
- Virtuelle Teams
- Flexible Gruppen standortverteilter und ortsunabhängiger Mitarbeiter, die auf der Grundlage von gemeinsamen Zielen bzw. Arbeitsaufträgen geschaffen werden und informationstechnisch vernetzt sind
- Wissensarbeiter
- Hoch qualifizierte Fachkräfte, mit theoretischem und analytischem Wissen, welches sie für die Entwicklung neuer Produkte und Serviceangebote verwenden. Die von ihnen ausgeführte Wissensarbeit ist meist eine komplexe und auf spezifische Kontexte bezogene Arbeit. Hiermit sind meist Aufgaben bzw. Tätigkeiten mit seltenen oder wenig wiederkehrenden Abläufen verbunden. Das zur Aufgabenbewältigung bzw. Problemlösung erforderliche Wissen wird in solchen beruflichen Kontexten nicht allein durch eine Fachausbildung oder Professionalisierung erworben und dann angewendet. Vielmehr erfordert Wissensarbeit, dass das relevante Wissen kontinuierlich revidiert, permanent als verbesserungsfähig angesehen, prinzipiell nicht als Wahrheit, sondern als Ressource betrachtet wird und mit Nichtwissen bzw. Wissensunschärfen gekoppelt ist.