Glossar für Arbeits- und Organisationspsychologie
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- Darunter versteht man Lernaktivitäten von Personen zur Weiterentwicklung von Qualifikationen bzw. Kompetenzen im Anschluss an grundlegende berufliche Ausbildungsphasen.
- Wissen
- Unter deklarativem Wissen wird Wissen über die Realität verstanden, welches der Mensch in der Lage ist mitzuteilen. Dies kann auf der einen Seite die Erinnerung an ein (Arbeits-)Ereignis der vergangenen Tage sein (sog. episodisches Wissen), aber auch das Wissen über Aufbau und Funktionsweise einer bestimmten Maschine (sog. semantisches Wissen). Mit prozeduralem Wissen ist Wissen in Form von Handlungsabläufen gemeint (insbesondere Bedienungswissen, z.B. wie eine Fertigungsmaschine zu Beginn der Schicht angefahren wird). Dieses Wissen entsteht über die Wiederholung und „Einübung“ von Handlungsabläufen oder durch wiederholten Umgang mit bestimmten Situationen. Implizites Wissen beschreibt die Nutzung von Informationen, die wahrgenommen, jedoch nicht bewusst gespeichert wurden (z.B. in Bezug auf Motorengeräusche, die Hinweise auf den Regelungsbedarf der Motorkraft geben). Explizites Wissen beschreibt hingegen den bewussten Abruf vorher eingeprägter Informationen (z.B. in Bezug auf Werte zur Justierung von Messvorrichtungen).
- Wissensarbeiter
- Hoch qualifizierte Fachkräfte, mit theoretischem und analytischem Wissen, welches sie für die Entwicklung neuer Produkte und Serviceangebote verwenden. Die von ihnen ausgeführte Wissensarbeit ist meist eine komplexe und auf spezifische Kontexte bezogene Arbeit. Hiermit sind meist Aufgaben bzw. Tätigkeiten mit seltenen oder wenig wiederkehrenden Abläufen verbunden. Das zur Aufgabenbewältigung bzw. Problemlösung erforderliche Wissen wird in solchen beruflichen Kontexten nicht allein durch eine Fachausbildung oder Professionalisierung erworben und dann angewendet. Vielmehr erfordert Wissensarbeit, dass das relevante Wissen kontinuierlich revidiert, permanent als verbesserungsfähig angesehen, prinzipiell nicht als Wahrheit, sondern als Ressource betrachtet wird und mit Nichtwissen bzw. Wissensunschärfen gekoppelt ist.
- Wissensschemata
- Wissensstrukturen, in denen aufgrund von Erfahrungen typische Zusammenhänge eines Realitätsbereichs repräsentiert sind (z.B. die Qualitätsmerkmale eines Produkts). Dazu gehört auch das Wissen über häufig wiederkehrende Handlungs- bzw. Ereignisfolgen (z.B. wie man einen Brief schreibt). In Wissensschemata ist vorwiegend begriffliches Wissen repräsentiert.
- Work-Life-Balance
- Der Begriff der Work-Life-Balance bezieht sich auf Fragestellungen, die die Qualität und das Verhältnis verschiedener Lebensbereiche betreffen. Häufig wird im Bereich der Work-Life-Balance das Verhältnis von Arbeit und Freizeit, Arbeit und Familie sowie die Arbeitszeitforschung thematisiert. Im Bereich der Arbeitszeitforschung geht es darum, welche Auswirkungen die Entgrenzung (z.B. durch die orts- und zeitunabhängige Nutzung von Informationstechnologien) der Arbeitszeit auf die Abgrenzung einzelner Lebensbereiche hat. Untersucht wird dabei, wie Menschen Grenzen zwischen der Arbeit und anderen Lebensbereichen ziehen und wie flexibel und durchlässig diese Grenzen sind. Arbeit und Freizeit im Sinne einer „guten“ Work-Life-Balance miteinander in Einklang zu bringen, wird darüber hinaus häufig als persönliche Leistung angesehen. Unter einer praktischen Perspektive beinhaltet Work-Life-Balance somit Strategien und Programme, in der Freizeit selbstständig Erholungsmöglichkeiten zu schaffen oder Konflikte zwischen Erwerbs- und Privatleben zu vermeiden.