Glossar für Arbeits- und Organisationspsychologie
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z- Rangordnungsverfahren der Leistungsbeurteilung
- Zu beurteilende Personen werden entsprechend ihrer Leistung in eine Rangreihe gebracht.
- Realistische Tätigkeitsvorschau
- Der einzustellende Mitarbeiter erhält vom zukünftigen Arbeitgeber realistische Informationen über seine zukünftige Tätigkeit während des Bewerbungsgespräches, sodass sowohl die positiven als auch die weniger angenehmen Seiten der neuen Tätigkeit von Anfang an für ihn erkennbar sind. Dies führt zu einer Absenkung der Erwartungen und des Anspruchsniveaus beim einzustellenden Mitarbeiter.
- Recruiter
- Firmenrepräsentant zur Ansprache potenzieller Bewerber z.B. auf Jobmessen
- REFA
- Früher Reichsausschuss für Arbeitszeitermittlung, heute Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation
- Regelverletzungen
- Darunter versteht man absichtliche Übertretungen von Sicherheitsbestimmungen (z.B. wenn Schutzkleidung nicht getragen wird). Ursachen solcher Regelverletzungen sind nicht nur inadäquate Einstellungen oder mangelnde Bereitschaften in Bezug auf Sicherheitsfragen, sondern auch Unkenntnis oder eine falsche Interpretation entsprechender Sicherheitsbestimmungen.
- Regressionsanalyse
- Als Regressionsanalyse bezeichnet man ein statistisches Auswertungsverfahren, bei dem eine oder mehrere Konsequenzvariablen (Kriterien) in Beziehung zu einer oder mehreren Antezedenzvariablen (Prädiktoren) gesetzt werden, um zu ermitteln, in welche Richtung und in welchem zahlenmäßigen Umfang sich die Kriterien verändern, wenn sich die Prädiktoren um eine bestimmte Maßeinheit verändern.
- Regulationsebenen
- Im Rahmen der Handlungsregulationstheorie wird davon ausgegangen, dass die Handlungsregulation auf qualitativ verschiedenen Regulationsebenen erfolgt. Hierbei werden drei Niveaus bzw. Ebenen unterschieden: Auf der sensomotorischen bzw. untersten Ebene wird die motorisch koordinierte Ausführung einzelner Handlungsschritte bzw. Bewegungen gesteuert. Bei der mittleren bzw. perzeptiv-begrifflichen Ebene erfolgt die Steuerung von mehreren zu einer Teilaufgabe gehörenden Schritten anhand von bereits gut beherrschten Handlungsschemata. Mithilfe der obersten bzw. intellektuellen Regulationsebene werden übergeordnete oder neuartige Handlungspläne zur Zielerreichung entworfen und kontrolliert. Speziell das Vorgehen in neuartigen und wenig vertrauten Handlungssituationen erfordert eine Steuerung auf dieser Ebene anhand analytischer und problemlösender Denkoperationen.
- Reliabilität
- Darunter versteht man die Genauigkeit, mit der ein Verfahren in einer bestimmten Stichprobe oder Population misst, was es messen soll.
- Ressourcen
- Darunter versteht man im Stressgeschehen alle Faktoren, auf die eine Person zurückgreifen kann, um den Umgang mit einer bedrohlichen Situation zu erleichtern. Dabei können sowohl die Person als auch die Situation Quelle von Ressourcen sein. Ressourcen der Situation können z.B. durch günstige Arbeitsbedingungen (z.B. Möglichkeiten zur Regeneration, Arbeitszeitgestaltung) oder durch die soziale Umwelt (z.B. Freunde und Familie) bereitgestellt werden. Eine der Ressourcen, die sehr bedeutsam und auf den Arbeitsplatz bezogen ist, ist der Handlungsspielraum. Ein wichtiges Beispiel für Ressourcen aus dem Bereich der sozialen Umwelt ist die soziale Unterstützung. Zentrale individuelle, persönliche Ressourcen sind das Selbstwirksamkeitserleben in einer Situation sowie Kohärenzerleben und internale Kontrollüberzeugungen.
- Ressourcenkonservierung
- Gemäß dem Modell der Ressourcenkonservierung streben Menschen danach, für sie bedeutsame Ressourcen aufzubauen und zu erhalten, was mit Gesundheit und Wohlbefinden einhergeht. Stress wird in diesem Modell dadurch definiert, dass die Gefahr des Ressourcenverlustes besteht, ein aktueller Verlust von Ressourcen auftritt oder auf die Investitionen von Ressourcen kein angemessener Gewinn von Ressourcen folgt. Menschen streben außerdem danach, den Verlust von Ressourcen durch den Einsatz anderer verfügbarer Ressourcen zu verhindern und verlorene Ressourcen nach Möglichkeit zu ersetzen oder zu kompensieren. Gelingt es nicht, ein Gleichgewicht von investierten und konservierten Ressourcen herzustellen, d. h. wenn die investierten Ressourcen nicht kompensiert werden können, kann eine Stresssituation nicht erfolgreich bewältigt werden und es entsteht auch daraus Stress.
- Ringstruktur der Tätigkeit
- Mit der Ringstruktur der Tätigkeit werden die durch Tätigkeiten und Handlungen hervorgerufenen bzw. vermittelten Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Person im Rahmen der Tätigkeitstheorie beschrieben. Diese Wechselwirkungen haben auf der einen Seite eine Veränderung der Umwelt zur Folge, die durch eine in die Umwelt eingreifende Tätigkeit hervorgerufen wird. Auf der anderen Seite wirkt die Umwelt über die Tätigkeit auf die handelnde Person ein bzw. zurück und verändert diese, worunter in erster Linie Veränderungen in Bezug auf die Tätigkeitsauffassung und der Ausführungskompetenzen der Person (z.B. indem man Interesse an einer zunächst uninteressanten Tätigkeit entwickelt) zu verstehen sind.
- Risikobewertung
- Bezieht sich auf die Wahrnehmung und Beurteilung von Gefahren und ist erforderlich, wenn Personen arbeitsbedingt in den Einwirkungsbereich von Gefahren kommen. Sie bildet die Voraussetzung für weitere Phasen des Handelns in gefährlichen Kontexten und dient der Orientierung in solchen Situationen. Zur Risikobewertung werden Heuristiken oder Daumenregeln herangezogen, mit deren Hilfe die vorherrschenden Unfall- und Schadenswahrscheinlichkeiten mehr oder weniger gut eingeschätzt werden.
- Risikoverhalten
- Die individuelle Bereitschaft, sich Gefahren mehr oder weniger auszusetzen und das Eintreten von Personen- und Sachschäden mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in Kauf zu nehmen
- Rolle
- Bezeichnet die Summe der Erwartungen, die an den Inhaber einer sozialen Position gerichtet werden; in funktionierenden Gruppen so ausdifferenziert, dass sie sich jeweils wechselseitig ergänzen
- Rückzugsverhalten
- Darunter versteht man die Abwesenheit vom Arbeitsplatz während der Arbeitszeit (Absentismus) sowie Kündigungen.