Glossar für Arbeits- und Organisationspsychologie
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z- Image von Organisationen
- Die von den Mitgliedern der Organisationsumwelt geteilte Einschätzung der Organisation. Es hat einen starken Einfluss auf das Verhalten potenzieller Bewerber. Deswegen zielen viele Maßnahmen des Personalmarketing darauf ab, ein positives Image von Organisationen zu erhalten und zu steigern.
- Incident-Reporting-Systeme
- Sie dienen zur Erfassung und Analyse von kritischen sicherheitsrelevanten Ereignissen in hoch riskanten Arbeitsbereichen (z.B. der Luftfahrt). Zur Meldung und Darstellung der kritischen Ereignisse werden Formulare und Leitfäden im Berichtssystem vorgegeben. Außerdem wird eine anonymisierte bzw. vertrauliche Behandlung der Berichte zugesichert. Dadurch sollen Schwachstellen in den Arbeitsabläufen hoch riskanter Arbeitssysteme entdeckt und aus den aufgetretenen Fehlern gelernt werden. Aus der Analyse der kritischen Ereignisse will man Hinweise für fehlerverursachende Faktoren erhalten und Konsequenzen zur Vermeidung gleicher oder ähnlicher Fehler und Probleme ableiten.
- Individueller Fehler der Personalauswahl
- Ein geeigneter Bewerber wird abgelehnt (Beta-Fehler, Fehler zweiter Art, „false negative“).
- Inferenzstatistik
- Mathematische Verfahren zur Überprüfung, ob sich Zusammenhänge oder Unterschiede, die in einer Stichprobe gefunden wurden, auf eine Grundgesamtheit (Population) verallgemeinern lassen. Dazu werden Signifikanztests durchgeführt.
- Informationsverarbeitungsansatz
- Beruht auf Annahmen über interne (kognitive) Strukturen und Prozesse zur Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung von Informationen sowie deren Einfluss auf Verhalten und Handeln. Der Prozess der Informationsverarbeitung funktioniert demnach folgendermaßen: Zunächst werden über das sensorische System z.B. visuell, auditiv oder haptisch Informationen aufgenommen, welche dann an einen zentralen Prozessor weitergeleitet werden. In dem Prozessor werden nach einem bestimmten Schema elementare Operationen zur Kodierung, Verarbeitung und Speicherung ausgeführt. Beim Gedächtnis wird zwischen Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis unterschieden, wobei Ersteres im Wesentlichen für die zeitlich relativ begrenzte Bereitstellung von Informationen zur Verarbeitung im Prozessor zuständig ist und Letzteres vor allem die langfristige Speicherung von symbolisch kodierten Informationen in Form von Wissensrepräsentationen übernimmt. Nachdem eine Information dann über zahlreiche Operationen verarbeitet wurde, führt sie schließlich zu einem bestimmten Verhalten oder Handeln (Antwortgenerator).
- Inhaltsvalidierung
- Der Nachweis, dass ein Personalauswahlinstrument den Gegenstandsbereich (z.B. Leistungsmotivation), auf den es sich bezieht, in relevanten Bereichen abdeckt
- Institutioneller Fehler der Personalauswahl
- Ein ungeeigneter Bewerber wird eingestellt (Alpha-Fehler, Fehler erster Art, „false positives“).
- Integrity-Tests
- Sie verfolgen das Ziel, Bewerber mit Neigungen zu betriebs- oder mitarbeiterschädlichem (kontraproduktivem) Verhalten zu identifizieren. Es gibt einstellungs- und eigenschaftsorientierte Verfahren. Einstellungsorientierte Verfahren fragen danach, was die Befragten in Bezug auf bestimmte, problematische Sachverhalte in Verbindung mit Diebstahl glauben. Eigenschaftsorientierte Verfahren erheben in erster Linie Selbstbeschreibungen und lehnen sich dabei an gebräuchliche Persönlichkeitstests an.
- Interaktion
- Soziale Interaktion bezeichnet die Einwirkung verschiedener Personen aufeinander, wobei der Einwirkung nicht notwendigerweise eine Absicht, ein Plan oder auch nur das Wissen der Personen über die wechselseitige Einwirkung zu unterstellen ist.
- Interdependenztheorie
- Die soziale Interdependenztheorie postuliert, dass das Verhalten der Parteien im Kontext eines sozialen Konflikts von der wechselseitigen Abhängigkeit ihrer Ziele abhängig sei. Sind die Ziele gleichsinnig (positiv interdependent), so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Konflikt friedlich und konstruktiv beigelegt werden kann. Sind die Ziele der Parteien gegensätzlich (negativ interdependent), so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Konflikt feindschaftlich und eskalierend ausgetragen wird.
- Interessen
- Relativ stabile psychologische Merkmale von Personen, die das individuelle Hingezogensein zu und die positive subjektive Bewertung von (Freizeit-)Aktivitäten, beruflichen Tätigkeiten, Umwelten oder sozialen Gruppen kennzeichnen
- Internationalisierungsstrategien
- Zur Globalisierung von Unternehmen werden in Abhängigkeit vom Produkt, dem Markt und den Unternehmensvoraussetzungen unterschiedliche Internationalisierungsstrategien angewandt. Es können vier verschiedene Strategien unterschieden werden: Bei der Selektionsstrategie werden die Produkte für den Heimatmarkt entwickelt. Bei der Internationalisierung erfolgt eine selektive Übertragung der Produkte in unveränderter Form in ausgewählte Länder. Im Gegensatz dazu erfolgt bei der Einzelmarktstrategie eine Produktentwicklung für die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Landes. Hierbei sind die Wertschöpfungsketten der Landesgesellschaften voneinander unabhängig. Die Integrationsstrategie verfolgt eine Entwicklung der Produkte und Dienstleistungen für den Weltmarkt. Die Wertschöpfungsaktivitäten werden zentral koordiniert. Bei der Interaktionsstrategie erfolgt zwar auch eine weltweite Koordination, jedoch durch intensive Interaktion. Wichtig ist hierbei, dass eine Anpassung an lokale Erfordernisse der Auslandsmärkte erfolgt.
- Intrapreuneurship
- Kunstwort, das in Anlehnung an den Begriff Entrepreneur (Unternehmer) gebildet wurde. Wenn sich Mitarbeiter wie Unternehmer verhalten, werden sie als Intrapreneure bezeichnet.