Sie befinden sich hier
lehrbuch-psychologie.de > Arbeits- und Organisationspsychologie > Lerncenter > Berufswahl und berufliche Entwicklung
lehrbuch-psychologie.de > Arbeits- und Organisationspsychologie > Lerncenter > Berufswahl und berufliche Entwicklung
14. Berufswahl und berufliche Entwicklung
Definition von Job, Berufs, Erwerbstätigkeit - Schlüssel zum Berufserfolg - Verlauf der beruflichen Entwicklung - Psychologische Konzepte zur Berufsfindung - Berufliche Etablierung - Veränderte Beschäftigungsverhältnisse - Perspektiven
Glossar
- Allgemeine Intelligenz
- Relativ stabiles, globales psychologisches Fähigkeitsmerkmal von Personen. Je höher die allgemeine Intelligenz einer Person ist, desto leichter fällt es ihr, neuartige und komplexe geistige Probleme zu lösen und sich neues Wissen schnell und gründlich anzueignen.
- Beruf
- Der Beruf dient nicht nur dem kurzfristigen Einkommenserwerb, sondern auch der langfristigen Schaffung, Erhaltung und Weiterentwicklung der Lebensgrundlagen für den Berufstätigen und seine Familie.
- Demographischer Wandel
- Veränderung des Bevölkerungsumfanges sowie der Bevölkerungszusammensetzung in einem bestimmten Land und die daraus resultierenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen
- Employability
- Bezeichnet die individuellen Faktoren, die dazu beitragen, dass eine Person ihre Erwerbstätigkeit auch angesichts unsicherer und sich wandelnder Arbeitsmarktchancen erhalten kann. Sie werden eingeteilt in „knowing why“ (Identität), „knowing how“ (Qualifikation) und „knowing whom“ (Kontakte und Netzwerke).
- Entwicklungsaufgaben
- Geteilte normative Erwartungen, die an Personen in unterschiedlichen Lebensabschnitten herangetragen werden. Sie stellen wichtige Auslöser individueller Entwicklungsprozesse dar. Die erfolgreiche Bewältigung von Entwicklungsaufgaben führt zu Zufriedenheit und Anerkennung, Versagen führt dagegen zu Unzufriedenheit und Ablehnung. Die Laufbahnentwicklungstheorie hat die beruflichen Entwicklungsaufgaben über die Lebensspanne herausgearbeitet.
- Funktionen der Erwerbsarbeit
- Als Funktionen der Erwerbsarbeit bezeichnet man im Anschluss an Maria Jahoda die den Betroffenen z. T. bewussten (manifeste Funktionen), aber auch z. T. nicht bewussten Auswirkungen (latente Funktionen) der Erwerbsarbeit, nämlich Sicherung des Lebensunterhaltes, Strukturierung der Zeit, sozialer Kontakt, Bezug zu überindividuellen Zielen, Identität, Status sowie psychophysische Aktivierung
- Humankapital
- Bildung, Ausbildung, Berufserfahrung und spezielle berufliche Qualifikationen des Personals
- Job
- Ein Job ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet: Es handelt sich um Erwerbsarbeit, die allein dem Gelderwerb dient. Solche Tätigkeiten sind kurzfristig angelegt, sie stellen geringe Qualifikationsanforderungen, deren qualifizierte Ausführung schnell erlernbar ist. Es findet seitens der Ausführenden und der Arbeitgeber ein häufiger Wechsel statt und seitens der Ausführenden liegt in der Regel nur eine geringe und instabile Identifikation mit der Aufgabe vor.
- Laufbahnplanung
- Systematische Gestaltung der Laufbahn von Mitarbeitern durch die Organisation, z.B. durch die Definition von Führungs- und Fachlaufbahnen
- Laufbahnsequenz
- Typische Abfolge von unterschiedlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Verlauf einer bestimmten beruflichen oder betrieblichen Laufbahn. Das Potenzial einer Person bezieht sich darauf, in wieweit sie intellektuell, motivational und emotional in der Lage ist, eine solche Abfolge von Aufgaben und Tätigkeiten erfolgreich zu durchlaufen.
- Locus of Control
- Ein persönlichkeitspsychologisches Konstrukt, das sich auf die von einer Person wahrgenommene Verursachung von Situationen bezieht. Personen mit einem sog. internalen Locus of Control sind der Überzeugung, dass Ereignisse stark von ihren eigenen Fähigkeiten und ihren Anstrengungen gesteuert werden können. Personen mit einem sog. externalen Locus of Control gehen dagegen davon aus, dass Situationen entweder von mächtigen anderen oder von Zufall und Schicksal bestimmt werden.
- Mentor
- Ein Mentor ist von der Wortbedeutung her ein väterlicher Freund oder Lehrer. Im Personalbereich wird damit eine höherrangige, einflussreiche Person männlichen oder weiblichen Geschlechts im Arbeitsumfeld einer Nachwuchskraft bezeichnet, die über große berufliche Erfahrung sowie breites berufliches Wissen verfügt und der daran gelegen ist, die berufliche Entwicklung der Nachwuchskraft zu fördern und ihren Aufstieg zu unterstützen.
- Mentoring
- Mentoring ist eine persönlich gestaltete Beziehung zwischen einer beruflich erfahrenen, erfolgreichen und einer weniger erfahrenen Person mit Karriereambitionen.
- Networking
- Darunter versteht man den Aufbau, die Pflege und Nutzung von persönlichen Kontakten zu einflussreichen und mächtigen Personen innerhalb und außerhalb der eigenen Person als Karrierestrategie.
- Outplacement
- Bewerbungstrainings für zu entlassende Beschäftigte, die vom Arbeitgeber für die zu entlassenden Beschäftigten initiiert und finanziert werden, um deren berufliche Wiedereingliederung zu erleichtern
- Passung
- Übereinstimmung von Anforderungen und Befriedungspotenzialen einer Stelle oder einer Laufbahn einerseits und den Qualifikationen, den Bedürfnissen und dem Potenzial einer Person andererseits
- Proteanisches Laufbahnmodell
- Proteus ist der Meeresgott, der sich nach Wunsch und Bedarf in einen Löwen, eine Schlange, einen Panther etc. verwandeln kann. Eine solche von selbstbestimmten Zielen geleitete berufliche Wandlungsfähigkeit wurde als modernes Leitbild für Erwerbstätige vorgeschlagen.
- Psychologischer Kontrakt
- Die Art der Austauschbeziehung zwischen einem erwerbstätigen Organisationsmitglied und der Organisation. Beim sog. transaktionalen Kontrakt steht der Leistungstausch (Arbeit gegen Bezahlung) im Vordergrund. Beim sog. relationalen Kontrakt steht der Ausbau, die Festigung und Erhaltung der Beziehung im Vordergrund.
- Soziales Kapital
- Bezeichnet die Quantität und Qualität der sozialen Beziehungen einer Person. Die PISA-Studie zeigte, dass soziales Kapital der Herkunftsfamilie einen starken Einfluss auf die Schulleistungen und den Bildungserfolg der Kinder hat.